Schulleiter: Eltern bringen Kinder in Gefahr

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Deutsch lernen: Das ist für Flüchtlingskinder extrem wichtig

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In Sachen Integration ein echtes Leistungszentrum (Pressebericht Kleeblatt)

Medardus-Grundschule und Studierende der Uni Koblenz-Landau feiern den Abschluss von Folge 2 des GeKOS-Projekts  

(Hier geht es zum Artikel im Kleeblatt.)

-pli- Bendorf. Bezüglich der Integration von Flüchtlingskindern und deren Familien kann die Bendorfer Medardus-Grundschule Spitzenleistungen vorweisen. Neben zahlreichen eigenen Initiativen kann sie sich nämlich auf eine großartige Zusammenarbeit mit Pädagogik-Studenten am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau stützen. Die Medardusschule ist damit die einzige rheinland-pfälzische Grundschule neben einer weiteren in Koblenz, an der das Universitäts-Projekt durchgeführt wird. In diesem Jahr wurde gerade die  zweite Auflage abgeschlossen; bis einschließlich 2020 werden jährlich weitere  Kapitel geschrieben.

"Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden" - kurz GeKOS - nennt sich dieses Mentoren-Projekt, bei dem jeweils ein/e Student/Studentin einmal wöchentlich mit einem Flüchtlingskind zusammenkommt und mit ihm in einer Art Patenschaft mehrere Stunden gemeinsam verbringt. Um Unterricht in der üblichen Weise geht es dabei aber nicht. Vielmehr geht es um ein gemeinsames Erleben durch Besuche im Neuwieder Zoo, oder der Festung Ehrenbreitstein, durch Ausflüge oder Spaziergänge, Besuche einer Eisdiele, eines Spiel-/Freizeitparks oder eine Begegnung mi den Eltern des Kindes in der heimischen Wohnung. Neben der Freude am gemeinsamen Tun verbessern sich freilich auch noch die Sprachkenntnisse und das Wissen um die Kultur in Deutschland.

Am vergangenen Freitag fand die Abschlussfeier der zweiten Runde des Projekts  in der Medardus-Grundschule statt - angesichts der sommerlichen Hitze natürlich im Freien vor der Schule. Dabei hatten die Flüchtlingskinder, von denen die überwiegende Zahl aus dem von einem grausamen Krieg heimgesuchten Syrien stammt, die Gelegenheit, mit ihren Lernpaten ihre Erlebnisse in den vergangenen Monaten vorzustellen. Sie taten das anhand von Fotografien, gemalten Bildern, schriftlichen Aufzeichnungen, mündlichen Erzählungen und so weiter. Erfreulich und bewegend zugleich waren diese Stunden, zu denen auch die Eltern der Kinder zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren.

Die sprachlichen Fortschritte, das befreite Auftreten, der spürbare Stolz, gut vorangekommen zu sein, addierten sich zu einem Ergebnis, das seine beglückende Wirkung nicht verfehlte. Professor Dr. Heike de Boer, Leiterin des GeKOS-Projekts, Schulleiter Rolf Polcher und die Lehrerinnen und Lehrer der Medardus-Grundschule waren gleichermaßen nachhaltig und tief beeindruckt.
Warum aber ist gerade die Medardus-Grundschule in Bendorf als Projektpartner ausgewählt worden? Die räumliche Nähe zur Universität mag dabei eine gewisse Rolle gespielt haben; weit mehr aber sicher die dem Projekt vorausgegangenen Leistungen, die die Schule erbracht hat und parallel zu GeKOS auch weiterhin erbringt.

Wer sich auf Spurensuche begibt, wird schnell auf den Namen Karin Kuhnen stoßen. Die ehemalige Lehrerin der Schule hatte sich, als 2015 der große  Flüchtlingsstrom auch Bendorf erreichte, spontan in den Dienst der guten Sache gestellt. Sie opferte dafür nicht nur ihre Freizeit für einen zusätzlichen individuellen Sprachunterricht, sondern widmete sich zugleich den Familien der Flüchtlingskinder. Sie organisierte kreatives Unterrichtsmaterial ebenso erfolgreich wie Haushaltsgeräte, Gebrauchsartikel, Lebensmittel  und Spielzeug.
 Vor allem aber gelang es ihr, durch ihr mitreißend engagiertes  Wirken und  vorbildlichen Optimismus die Schulleitung, das Lehrerkollegium, die Schulsekretärin, den Hausmeister, die Elternschaft, den Förderverein der Schule und sogar externe Helferinnen und Helferinnen zu gewinnen und zu einem Team zusammen zu schweißen. Sie fand gemeinsam mit dem Team Dolmetscher und Partner in anderen Vereinen und Institutionen und nicht zuletzt auch zusätzliche Sponsoren. Das war natürlich auch Prof. Heike de Boer nicht verborgen geblieben, als sie Partner für das Uni-Projekt GeKOS suchte. Heute spricht die Koblenzer Professorin mit Freude und Stolz von einer idealen Partnerschaft mit der Medardus-Grundschule.

Insgesamt betrachtet ist diese Zusammenarbeit eine einzige Erfolgsgeschichte  für alle Beteiligten. Die Eltern der Flüchtlingskinder sprechen von einem Glücksfall für sich und ihre Kinder. In der Schule konnten die Bemühungen zur Integration auf eine noch deutlich höhere Stufe gehoben worden. Und die Studentinnen und Studenten werten GeKOS als einen bedeutenden Baustein ihres Studiums.

St. Nikolaus und eine Riesenüberraschung (Kleeblatt)

Die Medardus-Grundschule feierte in großer Runde ein vorweihnachtliches Fest der Begegnung

-pli- Bendorf. Unterstützer und Förderer, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, Elternbeirat und Förderverein, schulische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das gesamte Kollegium hatte die Medardus-Grundschule zu ihrer diesjährigen Nikolausfeier eingeladen. Es wurde ein großes und beeindruckendes Fest daraus, in dessen Mittelpunkt dann aber doch die Kinder standen - die einheimischen Mädchen und Jungen ebenso wie die Flüchtlingskinder - und natürlich Karin Kuhnen, die Seele einer in vieler Hinsicht einzigartigen schulischen Integrationsarbeit.

Da musste sogar Sankt Nikolaus für gute 20 Minuten in die zweite Reihe treten, denn es tauchte ein Überraschungsgast auf: SWR-Fernsehmoderator Jens Hübschen "stürmte" samt einem kompletten Aufnahmeteam sowie einem Kinderchor die Schulmensa. Der sympathische Journalist, dessen Lieblingssatz lautet "Die Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sondern sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen", brachte wie immer beste Laune mit.

Karin Kuhnen konnte nun einem längeren Interview vor laufenden Kameras gar nicht mehr ausweichen, doch Hübschen versteht es, locker und leicht Hemmschwellen abzubauen und versicherte Kuhnen seines hohen Respekts vor ihren ehrenamtlichen Leistungen. "In der Weihnachtsbäckerei da geschieht so allerlei…" sang der Kinderchor und die Schülerinnen und Schüler der Grundschule stimmten aus vollem Herzen mit ein.

Dann konnte Nikolaus seine Rede wieder fortsetzen und allen danken, die in den vergangenen Wochen und Monaten an der gemeinsamen großen Aufgabe mitgearbeitet und/oder großzügige Spenden und Freikarten zur Verfügung gestellt hatten. Und das waren viele, wie beispielsweise: die Handarbeitsfrauen von St. Medard, die Stommel-Stiftung Urbar, das Schloss-Theater Neuwied, die Stiftung Friedenskinder, Lotto Rheinland-Pfalz, die PSD-Bank Koblenz, die VR-Banken Koblenz und Neuwied/Linz, die Festung Ehrenbreitstein, sowie die Bewohner/-innen Kanter, Keil und Kochhan (Seniorenresidenz Humboldthöhe Vallendar). Sein Dank galt aber auch Bürgermeister Michael Kessler und dem Fachbereichsleiter Soziales, Oliver Michels, für die gute Zusammenarbeit mit der Schule. Und auch für die zahlreichen Studentinnen der Uni Koblenz, die Flüchtlingskinder in der Schule betreuen, fand er lobende Worte. Und für die Flüchtlingskinder gab es kleine Geschenke.

Vorausgegangen war ein fröhlicher Empfang, bei dem das Schulorchester und der Schulchor unter Leitung von Anette Dilla ihre fleißig eingeübten Melodien zum Besten gaben. Mädchen und Jungen mit und ohne Migrationshintergrund erzählten im Wechsel das Wunder der Weihnachtsgeschichte.

Der Leiter der Medardus-Grundschule Rolf Polcher zeigte sich sichtlich bewegt, dass so viele der Einladung zu dieser Feier gefolgt waren und damit ihre Verbundenheit mit der Schule ausdrückten. Auch zahlreiche Eltern der Flüchtlingskinder waren anwesend und fanden auf eindrucksvolle Weise bestätigt, wie gut ihre Kinder in dieser Einrichtung aufgehoben sind. Die Tische waren reich gedeckt und so saßen alle Gäste noch lange bei Kaffee, Kuchen und köstlichen Häppchen gemütlich beieinander.

Durch Anklicken des unten angefügten Bildes gelangen Sie zum entsprechenden Artikel in der Online Ausgabe des "Kleeblattes". Hier erfahren Sie zudem mehr über die Überraschung durch "Glücksmomente" im Rahmen der Landesschau Rheinland-Pfalz.

Studenten übernahmen Patenschaften (Kleeblatt)

In der Medardus-Grundschule begann ein einzigartiges Projekt mit der Uni Koblenz-Landau

-pli- Bendorf. Mehr als zwei Dutzend Studierende der Universität Koblenz-Landau haben eine (Lern)Patenschaft über ebenso viele Flüchtlingskinder und Kinder mit ausländischer Herkunft, die die Medardus-Grundschule in Bendorf besuchen, übernommen. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer werden fast ein Jahr lang jeweils an einem Tag der Woche für drei Stunden nach Bendorf kommen, um die Kinder in der deutschen Sprache zu unterrichten und ihnen die deutsche Kultur näher zu bringen.

„Ich weiß nicht, wer heute aufgeregter ist – die Kinder oder die Studenten“, meinte die Leiterin des Uni-Projekts, Professor Dr. Heike de Boer, als sich am vergangenen Freitagnachmittag die Beteiligten zum ersten Male begegneten. Schulleiter Rolf Polcher bezeichnete diesen Tag als einen Glücksfall für die Bendorfer Grundschule. Karin Kuhnen, die selbst einmal Lehrerin an der Medardus-Schule war und heute schon seit geraumer Zeit ehrenamtlich die so genannte Willkommensklasse betreut, sich dabei auch noch mit hohem Engagement  um die Eltern kümmert, schien einmal mehr der ruhende Pol zu sein. Es ist fast unglaublich, wie sie das alles schafft, denn auch bei diesem neuen Projekt ist sie die erste Ansprechpartnerin der Schule.

„Die Idee für das neue Projekt der Koblenzer Universität wurde schon vor einigen Monaten geboren“, sagte Heike de Boer in einem Gespräch mit dem Kleeblatt. Dann habe man nach der passenden Schule gesucht und in der Medardus-Schule gefunden. Sinn und Zweck sei es, zum einen die Kinder zu unterstützen und auf dem Weg der Integration zu begleiten. Zum anderen aber ergebe sich daraus auch für die angehenden Pädagogen die Möglichkeit, sich mit Aufgabenstellungen praktisch und unmittelbar auseinanderzusetzen, die heute in erster Linie – neben den Kindertagesstätten - die Grundschulen prägten und forderten.

Diese Art der Patenschaft fließt deshalb auch als ein wichtiger Baustein in das Studium ein und wird entsprechend gewertet, wie die Professorin weiter erläuterte. Die Bendorfer Grundschule habe man als Ort des Projekts gewählt, weil man dort durch die bisher schon geleistete vorbildliche Integrationsarbeit beste Voraussetzungen für ein Gelingen des Projekts geschaffen habe. „Ich bin mir sicher, dass diese Sache für alle Beteiligten von großem Nutzen sein wird“, betonte de Boer.

Dass die Studentinnen und Studenten ihre Patenkinder ganz buchstäblich an die Hand nehmen wollen, zeigte sich bei dieser ersten Begegnung auf eindrucksvolle Weise. Die Scheu bei den Kindern und die Aufregung bei ihren Patinnen und Paten legten sich im Handumdrehen. Auch die Eltern schienen sichtlich bewegt von der großen Kaffeetafel, die zu diesem Anlass gedeckt worden war.

Einer der Studenten ging mit einem großen Koffer voll lustiger Musikinstrumente durch die Reihen, aus denen sich die Kinder je eines aussuchen konnten. Und als dann das gemeinsame Singen in mehreren Sprachen losging, da flötete und klopfte, klingelte und schnarrte es in allen Tonlagen.

Nicht gut oder schlecht reden, sondern handeln (Kleeblatt)

Neues Projekt an der Medardus-Grundschule ist ein Beispiel für gelebte Integration

-pli- Bendorf. Etwas gut reden kann ebenso falsch sein wie etwas schlecht reden. Und bei beiden Varianten ist es oft so, dass diejenigen am häufigsten die Dinge  gut oder schlecht reden, zu denen sie vergleichsweise wenig oder garkeinen  Kontakt haben.  Auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen verhält es sich kaum anders. Die Leute, die sich im Netzwerk Flüchtlingshilfe Bendorf zusammengeschlossen haben, hört man weniger reden als die, die abseits stehen. Das tut freilich der öffentlichen Diskussion nicht gut.

Wer mit den im Netzwerk tätigen Menschen und auch mit Flüchtlingen selbst häufig zusammenkommt, spürt, dass sie sowohl die Probleme wie auch die guten Erfahrungen kennen. Aber das liegt nun einmal in der Natur einer jeden großen Aufgabe genauso wie die Tatsache, dass sich nur durch Denken und Handeln Lösungen finden lassen – nicht aber durch noch so groß angelegte Fensterreden. Von denen, die seinerzeit am Münchner Hauptbahnhof bei der Ankunft von Flüchtlingen Beifall klatschten, haben die meisten danach nichts mehr getan. Und die, die gehässige Parolen verbreiten, wollen ohnehin nichts anderes tun. Auf beides kann man sehr gut verzichten.

Im Netzwerk Flüchtlingshilfe Bendorf wird in enger Kooperation mit der Stadt Bendorf – und auch mit den Schulen und Kirchen - vor allem sachlich, zielführend und lösungsorientiert gearbeitet. So emotional auch viele Begegnungen verlaufen, bestimmen doch in erster Linie Kopf und Verstand ihr Tun. Dass diese Arbeit von Menschen geleistet wird, die von einer großen Offenheit für menschliche Not, von christlicher Nächstenliebe und herzlicher Hilfsbereitschaft geprägt sind, steht ohnehin außer Frage.

Ihr Mut und ihre Zuversicht werden auch immer wieder dadurch bestätigt, dass  beispielsweise Flüchtlinge, die schon früher als andere kamen, häufig tatkräftig mitanpacken. Sie wollen damit etwas wiedergeben von dem, was sie erhalten. Die Integration beginnt praktisch schon mit der Ankunft in Bendorf, daher ist es von ausschlaggebender Bedeutung, dass möglichst rasch ein gegenseitiges Vertrauen entsteht. Dass es dabei hier und da auch zu Enttäuschungen kommt, ändert nichts an der grundsätzlichen Einstellung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Was die Freiwilligen und Ehrenamtlichen freilich am meisten bedrückt und behindert, sind die widersprüchlichen Aus- und Ansagen seitens der oberen politischen Etagen. Wenn unten, also direkt vor Ort, ebenso wenig Einigkeit bei der Aufgabenverteilung und –durchführung herrschte, läge das Kind schon lange im Brunnen. 

Intergration beginnt schon bei den ganz Kleinen

Kenntnis fremder Sitten ist hilfreich für Lernpaten

Bendorfer unterstützen Flüchtlinge mit Rat und Tat

Über die vielfältigen Aktivitäten der Stadt Bendorf in Sachen Flüchtlingshilfe berichtet der folgende Artikel. Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt Bendorf.

"Die Deutschstunde" - Bericht in der Rhein-Zeitung

Besuch in einem Sprachkurs für Flüchtlinge – Staatliche Angebote reichen nicht aus ('Klick' für Rhein-Zeitung Artikel [PDF])