Kultur des Willkommens an unserer Schule

Seit Beginn des neuen Schuljahres wurden zehn Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse (zu unterschiedlichen Zeitpunkten) an unserer Grundschule angemeldet und den einzelnen Klassen zugewiesen.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Kultur des Willkommens an unserer Schule vorstellen und über unsere diesbezüglichen Bemühungen zu deren Weiterentwicklung informieren. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Baustein Willkommenskultur ('Klick' zum Download).

Schlosstheater Neuwied - Landesbühne Rheinland-Pfalz

Nach Einladungen im Jahr 2014 und 2015 hat uns Frau Mengelkoch als Wertschätzung unserer Willkommenskultur auch 2016 wieder Eintrittskarten für den Besuch des Weihnachtsmärchens geschenkt. So konnten wir in diesem Jahr mit der Vorstellung "Tischlein deck dich" wieder Schülerinnen und Schüler belohnen, die sich beim Erlernen der deutschen Sprache sehr anstrengen, fleißig sind und erfreuliche Erfolge vorweisen können.

Am 22. November durften die GEKOS - Kinder der 3. und 4. Schuljahre mitfahren. Das Fahrgeld für den Schulbus hatte uns ein wohlwollender Spender geschenkt, so dass wir alle zusammen glücklich und unbeschwert zur Vorstellung fahren konnten.

Das Märchen hat uns viel Freude bereitet. Die Schauspieler, die an ihrem Spiel offensichtlich selbst großen Spaß hatten, brachten uns oft zum Lachen. Ein ganz besonderes Erlebnis für die begeisterten Zuschauer war die Begegnung mit den echten Schauspielern, draußen auf dem Vorplatz, als wir auf unseren Bus warteten.

Wir danken Frau Mengelkoch und dem Schlosstheater Neuwied sehr herzlich für die Großzügigkeit, mit der sie unsere Kinder und uns belohnen und unsere Idee der Willkommenskultur unterstützen.

Am 26. Oktober 2016 konnten einige der eifrig lernenden erwachsenen Schülerinnen und Schüler unseres Orientierungskurses auf Einladung des Museumspädagogen Jörg Hahn eine Zeitreise in die Eiszeit machen.
Gespannt fuhren sie mit dem Bus nach Ehrenbreitstein. Heute sollte sie ein syrischer Landsmann in arabischer Sprache durch die Ausstellung führen.
Wie war das möglich?

Zum Orientierungskurs, der das Landesmuseum im November 2015 besuchen durfte, gehörte Herr Moaeed Buny. Da noch niemand so gut Deutsch sprach, um alles verstehen zu können, übersetzte Herr Hahn ins Englische, Herr Buny übersetzte das Gehörte für seine Landsleute ins Arabische. So hatten alle viel Spaß bei der Führung und lernten das Museum kennen.

Eine Woche nach dieser Führung, erhielt das Landesmuseum eine Aufforderung, sich einmal nach arabisch sprechenden Neubürgern umzusehen, die eventuell geeignet wären, ihre Landsleute, Erwachsene und Schüler, in arabischer Sprache durch das Museum zu führen.

So besprachen sich Herr Hahn und Frau Kuhnen, da ihnen Herr Buny dafür sehr geeignet schien. Und zur Freude aller durfte er nach Bearbeitung etlicher Papiere von Anfang Januar - nach seiner Sprachprüfung A2 - bis Ende März ein Praktikum im Landesmuseum machen. Er arbeitete im Team mit Herrn Hahn und seinen Mitarbeitern u.a. auch bei der Vorbereitung der "Eiszeit Safari" und lernte neben der Sprache viel, viel Neues. Sein Praktikum konnte wegen seines Einsatzes sogar um zwei weitere Monate verlängert werden. Zum Abschluss erhielt er die Erlaubnis, auf Anforderung arabischsprechende Landsleute durch das Museum führen zu dürfen und vom Besuch seines Sprachkurses, der ihn mittlerweile zum Abschluss B2 führen soll, an diesen Tagen frei gestellt zu werden.

Und daher kam der derzeitige Orientierungskurs, dank der Großzügigkeit von Herrn Hahn und seiner Direktorin Frau Schmutzler, in den Genuss, von Herrn Buny und Herrn Hahn durch die großartige und beeindruckende Ausstellung geführt zu werden. Einen herzlichen Dank an Herrn Jörg Hahn und Frau Brigitte Schmutzler, die uns diesen Besuch des Landesmuseums wieder einmal möglich gemacht haben. Und einen herzlichen Dank an Herrn Buny, der allen imponierte, weil er so gut Deutsch gelernt hat.

Theaterbesuch in Mayen

Dank der großzügigen Einladung der Lotto - Rheinland - Pfalz - Stiftung durften wir im Sommer 2016 wieder mit Kindern und Eltern nichtdeutscher Muttersprache, die im Orientierungskurs der Medardus-Schule mit ihrem neuen Wohnort und den unterschiedlichsten Kultureinrichtungen unserer Heimat bekannt gemacht werden, zur Genoveva-Burg nach Mayen fahren.

Die Gruppe, die im Sommer 2015 gemeinsam lernte, hatte mit großer Begeisterung die Theatervorführung "Heidi" von Johanna Spyri besuchen dürfen.

In diesem Jahr führte das Landestheater "Pinocchio" auf. Nachdem die Familien Pinocchio u.a. in arabischer Übersetzung kennen gelernt und zu Hause gemeinsam gelesen hatten, fuhren wir am Samstag, den 2. Juli 2016 bei strahlendem Wetter und guter Laune mit dem Schulbus nach Mayen. Das Fahrgeld für den Bus schenkte uns ein hochherziger Spender, dem die Eingliederung der Kinder und Eltern sehr am Herzen liegt. Ihm gefällt, wie Kinder und Eltern aus 38 unterschiedlichen Nationen in der Medardus-Schule durch vielfältige Angebote lernen, sich zu respektieren, gemeinsam zu lernen und friedlich miteinander zu leben. Es wurde ein sehr vergnüglicher Nachmittag. Wir alle danken Herrn Zwanziger, unserem Ansprechpartner bei der Lotto-Stiftung, sehr für diese Unterstützung.

Gemeinsame Erlebnisse von groß und klein stärken das Gefühl des Willkommenseins sehr und verleihen dem Fleiß beim Erlernen der deutschen Sprache Flügel !

Und wenn dann noch von der Lotto-Rheinland-Pfalz-Stiftung zusätzlich viele entsprechende Fördermaterialien gespendet werden, sind wir dankbar und hoch motiviert, mit diesem Material die Lernfreude unserer Kinder zu fördern und zu festigen.

Lobende Anerkennung für unsere Schule beim Europapreis

In diesem Jahr bewarb sich die Medardus-Schule für den Wettbewerb um den Europapreis in Berlin. Eingereicht wurden unsere Bemühungen bei der Entwicklung der Kultur des Willkommens für Kinder und Eltern nicht deutscher Herkunftssprache.

Unter den 20 Bewerbungen waren wir die einzige Schule, die teilnahm. Aus der Hand der Staatssekretärin Heike Raab - Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, für Medien und Digitales - erhielten wir eine Urkunde mit lobender Anerkennung und einen Rucksack mit zahlreichen, tollen Büchern. Es hat sich also gelohnt!

Einige Bilder von der Veranstaltung sind im Folgenden angeführt. Weitere Bilder finden sich auf der Bilddatenbank www.pressebild24.de unter dem Stichwort „Europapreis“.

 

Osterbrauch

Auch über den hiesigen Osterbrauch und die Bedeutung des Osterfestes erfuhren die Teilnehmer unseres Orientierungskurses. Eltern und Kinder waren mit Fleiß und Eifer dabei! Im Folgenden einige Eindrücke vom Tag.

Fastnachtsbrauch

Kürzlich lernten die Schülerinnen und Schüler unseres Orientierungskurses den hiesigen Fastnachtsbrauch und die Faszination der Masken kennen. Es hat uns viel Spaß gemacht!

Glücksmomente - Hilfe für Flüchtlingsfamilien

Im Rahmen der "Glücksmomente" sagt die Landesschau Rheinland-Pfalz Menschen im Land danke. Menschen, die etwas Herausragendes leisten, einfach weil sie für andere da sind. Jens Hübschen überrascht sie live und bringt immer Musik mit.

Am vergangenen Mittwoch (09.12.2015) war unsere Karin Kuhnen an der Reihe. Sie unterrichtet Deutsch für Flüchtlingskinder und deren Eltern. "Glücksmomente" sagte danke mit dem Kinderchor "Rasselbande" und dem Lied "We are the world".

Im folgenden noch einige Aufnahmen von der Feier. Hier finden Sie zudem den entsprechenden Pressebericht des Kleeblattes.

GEKOS in der Grundschule?

Ein Projekt für die Integration von Kindern nicht-deutscher Herkunftssprache startet im November an der Medardus-Grundschule

In der Eingangshalle der Medardus-Schule singen 26 Studierende ein Begrüßungslied in verschiedenen Sprachen mit Gitarrenbegleitung für ihre zukünftigen Patenkinder. Überall in der ersten Etage der Schule sind Namensschilder mit Tiersymbolen ausgehängt und in der Sporthalle haben die Studierenden Luftballons, einen Spieleparcours und eine große Schatzkiste vorbereitet. Einige der Studierenden sind etwas aufgeregt, denn schließlich sollen sie mit den Patenkindern, die sie heute kennenlernen, viele Monate lang jede Woche spielen, lernen und ihnen auch bei den Hausaufgaben helfen.

Ziel dieses ersten Projekttages ist es, einander kennenzulernen und Vertrauen zu schaffen. So finden die Studierenden heute „ihre“ Kinder und bestehen gemeinsam mit ihnen erste spannende Aufgaben im Zweierteam. Jedes Tandem bekommt aus der großen Schatzkiste ein großes Patenbuch, in das alles eingetragen und eingeklebt werden kann, was in dieser gemeinsamen Zeit geschieht und gemacht wird.

Das Projekt GEKOS (Gemeinsam entdecken Kinder ihren Ort mit Studierenden), das heute startet, wurde zu Beginn dieses Jahres von Frau Prof. Dr. Heike de Boer (Uni Koblenz) für Studierende des Lehramts und der Erziehungswissenschaften initiiert. Zusammen mit Karin Kuhnen und einem Studierenden-Team hat sie GEKOS mehrere Monate vorbereitet. Karin Kuhnen ist viele Jahre Lehrerin der Medardus-Grundschule gewesen und arbeitet heute ehrenamtlich sehr engagiert im Bereich Integration. Beide werden das Projekt, das zunächst bis zum Schuljahresende geplant ist, weiterhin begleiten und betreuen.  

Durch die regelmäßigen persönlichen Begegnungen bekommen die Studierenden vertiefende Einblicke in das Leben und die Kultur der Familien. Ein intensiver Austausch mit den Kindern und der Kontakt mit den Eltern soll auf beiden Seiten Vertrauen schaffen.

Mit diesen sehr persönlichen Erfahrungen können sich die Studierenden mit der Zeit eine solide eigene Meinung zu den zum Teil umstrittenen und angstbesetzten Themen von Fremdheit und Anderssein bilden. Die Familien und hier besonders die Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren erhalten auf diese Weise eine regelmäßige Betreuung und Unterstützung.

Die Kinder, die mit sehr unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen (zum Teil ohne Sprachkenntnisse in Deutsch) in die Schule kommen, erleben im Rahmen des Projekts auch eine intensive sprachliche Förderung.

Die Medardus-Grundschule mit den Kindern aus 28 unterschiedlichen Nationen setzt sich schon lange mit Fragen der Migration auseinander und arbeitet an Möglichkeiten der Integration.

Daher betont Schulleiter Rolf Polcher in der Auftaktveranstaltung seine Freude über den Start des Projekts: „Ich bin froh, dass wir so viele `Geckos´ an unserer Schule haben. Ich werde sie hegen und pflegen.“

 

Spende der Firma Fahrrad Franz

Drei tolle Fahrräder stiftete die Firma Fahrrad Franz für unsere Flüchtlingsfamilien. In einer kleinen Feierstunde wurden die Fahrräder übergeben; die Freude war riesig! Herzlichen Dank an Herrn Ralf Schäfer für die großzügige Spende.

Kultur des Willkommens an der Medardus-Schule in der SWR Landesschau

Im Januar besuchte uns ein Fernsehteam des Südwestrundfunks, um sich vor Ort ein Bild über die Kultur des Willkommens an unserer Schule zu machen. Der entsprechende Beitrag wurde in der SWR Landesschau am 29.01.2015 ausgestrahlt.

Bürgerempfang der Ministerpräsidentin

Am Samstag, den 28.02.2015 war Frau Kuhnen zu einem Empfang der Ministerpräsidentin in die Staatskanzlei nach Mainz eingeladen. Der vollständige Bericht findet sich auf den Seiten der Landesregierung Rheinland-Pfalz.

"Engagement gewürdigt

Das vielfältige ehrenamtliche Engagement in Rheinland-Pfalz hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrem Bürgerempfang in der Staatskanzlei gewürdigt. Sie hatte das Thema "Flüchtlingshilfe" zu einem Schwerpunkt ihres dritten Bürgerempfangs gemacht. Gekommen waren Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, aber auch Einzelpersonen, die in vorbildlicher Weise eine Kultur des Willkommens vorleben.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin

"Viele von Ihnen helfen Menschen, die oft einen furchtbaren Leidensweg hinter sich haben. Sie bieten Beratung und Unterstützung an, erteilen Deutschunterricht, helfen bei Behördengängen, organisieren Sachspenden oder laden zu gemeinsamen Festen und Begegnungen ein", so die Ministerpräsidentin.

"Es ist schön, in einem Land zu leben, in dem besonders viele Menschen das Miteinander in den Vordergrund stellen. Sie alle tragen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit dazu bei, der Welt und unserer Gesellschaft ein menschliches Gesicht zu geben. Ihr Engagement ist genauso unbezahlbar wie unverzichtbar", sagte die Ministerpräsidentin. Rund 450 ehrenamtlich aktive Bürgerinnen und Bürger aus den zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen waren der Einladung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gefolgt. Die Ministerpräsidentin nahm sich die Zeit, um mit allen Delegationen ins Gespräch zu kommen.

Malu Dreyer (r.) und Karin Kuhnen (l.)

Zudem stand den Gästen die Staatskanzlei zur Besichtigung offen.

Unter den Gästen der Ministerpräsidentin waren auch Repräsentantinnen und Repräsentanten aus den Beiräten für Migration und Integration, aus sozialen und kulturellen Projekten, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge oder "Grüne Damen", die sich in Krankenhäusern um Patienten und ihre Angehörigen kümmern.

Die Ministerpräsidentin dankte allen ehrenamtlich aktiven Menschen im Land, die 41 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Sie betonte, dass ihr die Würdigung und Wertschätzung dieses Engagements besonders wichtig sei."

Besuch im Schloss Monrepos

Am Donnerstag, den 26.02.2015 besuchten unsere Flüchtlingskinder aus Syrien und dem Iran mit ihren Angehörigen, ihrer Patenklasse 3a, mit Frau Augst und Frau Kuhnen das

Sie waren zu diesem Besuch von Frau Dr. Grimm eingeladen worden und verbrachten lehrreiche und spannende Stunden im 2014 neu eröffneten Museum. Frau Dr. Grimm führte die Erwachsenen und erhielt Hilfe durch Herrn Harb, den Vater eines ehemaligen Medardus-Schülers, der alle ihre Ausführungen fließend aus dem Deutschen ins Arabische und aus dem Arabischen wieder ins Deutsche übersetzte. Vor 29 Jahren musste er ebenfalls aus seinem Heimatland Libanon fliehen und erinnert sich genau, wie schwer der Start in Bendorf war. Inzwischen haben er und seine Familie die deutsche Staatsangehörigkeit und fühlen sich in ihrer neuen Heimat Bendorf wohl.

Die Schulkinder lernten in zwei Gruppen in einer kürzeren Führung das Museum kennen. Hier war Johanna aus der Klasse 3a das Übersetzerhelferlein, das perfekt alles Wissenswerte aus der deutschen Sprache ins Arabische übersetzte. Im Werkraum durften alle nach einer leckeren Stärkung kleine Kerzenleuchter aus der Eiszeit in Ton nachformen. Es hat allen viel Spaß gemacht. Und alle Gäste danken dem Museumsteam für die tolle Einladung. Sie können allen Klassen den Besuch dieses besonderen Museums empfehlen: http://monrepos-rgzm.de/

Nikolausfeier in unserer Mensa

***NEU*** Hier der Link zum entsprechenden Artikel im Kleeblatt.

Die Förderung einer möglichst guten Integration in die Schulgemeinschaft stellt einen wichtigen Baustein des schulischen Förderkonzeptes zur Weiterentwicklung der Kultur des Willkommens für Kinder und Eltern ohne deutsche Sprachkenntnisse dar.

Mit Kooperation des Mehrgenerationenhauses / Familienbildungsstätte Koblenz e.V.  führen wir an der Medardus Grundschule derzeit einen Orientierungskurs für Flüchtlinge durch. Diese Personengruppe war in ihren Heimatländern Ausgrenzung und Verfolgung ausgesetzt, was in der Regel zu großem Misstrauen Fremden gegenüber geführt hat. Ein verlässlicher Ansprechpartner, der Kontakte knüpft und Vertrauen herstellt, ist daher dringend notwendig.

Diese Person stellt an unserer Schule Frau Karin Kuhnen dar, die es in ehrenamtlicher Tätigkeit bewundernswert geschafft hat, eine Beziehung zu Kindern und Eltern der betroffenen Familien aufzubauen, die dazu beiträgt, dass Eltern wie Kinder gerne in die Schule kommen - ein wesentlicher Schritt zu einer nachhaltigen Förderung.

In einer Nikolausfeier in der Mensa unserer Grundschule lernten die Erwachsenen mit ihren Kindern und der GTS Patenklasse von Frau Bode den Nikolaus kennen. Frau Dilla begrüßte die Gäste mit ihrer Klasse musikalisch; die Patenklasse führte einen Sternentanz auf.

Höhepunkt des Nachmittags war der Besuch des Nikolaus, der aus seinem goldenen Buch vorlas, die ersten Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache lobte und beeindruckend die Hilfsbereitschaft der unterstützenden Lehrpersonen schilderte. Dabei lobte er besonders den unermüdlichen Einsatz von Frau Kuhnen sowie die Hilfsbereitschaft der Patenkinder. Herr Harb übersetzte dankenswerter Weise ins Arabische, um eine reibungslose Kommunikation zu ermöglichen.

Bei Kaffee und Plätzchen fühlten sich alle willkommen und verbrachten eine gemütliche Zeit in der Schule. Zum Abschluss des gelungenen Tages erhielt jedes Kind noch eine vollgefüllte Nikolaustüte. Unten angefügt finden sich einige Impressionen aus der Mensa (bitte anklicken für Diashow).

Als weitere Gäste konnten wir Herrn Bernd Wangelin und Frau Gabriele Bodewig begrüßen. Stellvertretend für den Verein Friedenskinder e.V. Koblenz überbrachten Sie einen Spendenbetrag in Höhe von 2000 Euro für die Unterstützung des Förderunterrichts. Zudem erhielt jede Klasse noch einen Friedenskinder Jahreskalender. Auch an dieser Stelle sei hierfür nochmals ganz herzlich unser Dank ausgesprochen!

Der Verein Friedenskinder e.V. Koblenz leistet nachhaltige Hilfe für Kinder, die an den Folgen von Krieg, Katastrophen, Armut und Krankheit leiden oder auf andere Weise benachteiligt sind. Nähre Informationen finden Sie unter www.friedenskinder.de.

 
 
 

Eine Schule für Kinder ohne Sprachkenntnisse in Deutsch

- Eine kleine Willkommensgruppe in der Medardus-Schule

Zur Zeit leben viele Menschen auf der Welt auf der Flucht vor Krieg und politischer Verfolgung. Auch Kinder aller Altersstufen sind davon betroffen, sie erleben diese tragische Zeit zum Teil einige Jahre mit und kennen Angst und Schrecken und schwierige Lebensbedingungen statt behütete Kindheit. Einige dieser Kinder kommen in unsere Schule, da ihre Familien hier Zuflucht suchen.

Manche Kinder haben auch einen längeren Weg aus Ländern mit schwierigen Lebensverhältnissen bis nach Bendorf hinter sich. Sie haben auf ihrem Weg schon andere Sprachen gelernt und sollen sich hier erneut in eine neue Umgebung und in eine neue Sprache einfinden. Ohne Sprachkenntnisse geht hier nichts.

Daher haben wir seit Schuljahresbeginn eine Willkommensgruppe eingerichtet, eine kleine Gruppe von 8 Kindern verschiedener Altersstufen, die zusätzlich von Frau Kuhnen (Lehrerin) wöchentlich einige Stunden intensiv betreut werden. In der kleinen Gruppe sollen sie Angst verlieren, sich sicher fühlen, Mut schöpfen und Ruhe und Freude kennen lernen.

Mit Hilfe der zugewiesenen Stunden für die Sprachförderung durch die ADD Koblenz werden täglich zweistündig die Grundlagen für die gezielte Förderung durch die Schule gelegt.

Mit allen Sinnen lernen die Kinder die Sprache in wichtigen Grundzügen, lernen sich zu verständigen und erste Buchstaben und Zahlen zu schreiben. Sie machen wichtige Erfahrungen mit Schere, Stiften und Wasserfarben und vor allem spielen sie - mit strahlenden Gesichtern: Mensch-ärgere-dich-nicht, Fußball, Seilspringen...

Sie sind mehr und mehr am Schulleben beteiligt, nehmen an einzelnen Unterrichtsstunden in einzelnen Lernbereichen teil und freuen sich täglich auf die Schule. In den Pausen spielen sie zunehmend sicherer mit ihren KlassenkameradInnen auf dem Schulhof. Auch die Teilnahme an einzelnen Angeboten der Ganztagsschule gibt ihnen zunehmend Sicherheit.

Möglichst schnell sollen die Kinder dann in die zugewiesen Klassen vollständig integriert werden. Hier helfen ihnen fleißig ihre "Lernpaten" aus den einzelnen Klassen.